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Montag, 25. Juli:

Nachdem alle eine Nacht im Liegen verbracht haben, kann es noch nicht erholt, aber mit einer Mütze Schlaf in den Tag gehen. Frühstück und Beginn mit kleineren Arbeiten, wie z. B. Abriss eines Daches von einem Nebengebäude...

Hans-Georg fährt los und holt noch Familie Pauliks und Bulgarische Teamler vom Bahnhof ab. Endlich, zum Mittagessen sind wir nun komplett! Hurra, alle sind tatsächlich einigermaßen heil angekommen!!! Nach einer Siesta in den Zelten auf der Matte sind tatsächlich alle einigermaßen fit. Jetzt geht es wieder an die Arbeit. Auf dem Gelände gibt es genug zu tun.  

                                                                             

Von Tischlerarbeiten, Bäume mit samt Wurzeln entfernen, Kaninchenstall bauen, Maler- und Putzarbeiten, Böden entkernen und erneuern, Türen und Tore abschleifen und anmalen bis zu kleinen Arbeiten, die unsere Jüngsten machen, wie Holz sammeln und verbrennen, Pool säubern und und und. Has-Georgs Liste ist 1,50 m lang.

             

Unsere Chance, immer etwas zu tun zu haben, ist unüberwindbar groß. Mit unseren bulgarischen Helfern wird nun auf englisch, deutsch und mit Händen und Füßen geredet. Immer wieder beeindruckend, wie das tatsächlich funktioniert. Am Abend nach dem Abendbrot und erneuten Arbeiten gibt es eine kurze Andacht und dann gehen alle, immer noch ganz schön erledigt, in die Zelte. An diesem Tag haben wir spätestens gemerkt, und das nicht nur an dem Jaulen der Schakale, dass wir in Bulgarien sind. Alles scheint hier ein bissel anders zu sein: Alle Kleintiere sind um das dreifache größer; das gilt für Schmetterlinge, Heupferde, Spinnen ... Tomaten sind mindestens um das fünffache größer; Toiletten bestehen aus Porzellanschüsseln im Boden; Esel maulen am Abend und die Straßen liegen voll von Ziegen und Schaftskötteln. Aber vor allem hat jeder, der uns hier begegnet, scheinbar Zeit ohne Ende für einen Plausch. So setzen sich z. B. Nachbarn zu uns und schälen mit uns einen riesen Berg Kartoffeln für das Mittag ... erstaunlich und beruhigend!  

        

 

Dienstag, 26. Juli

 7.30 Uhr Frühstück und danach eine kurze Lagebesprechung. Für diese Woche ist neben der Arbeit auf dem Gelände für Mittwoch auch ein Besuch in einem Waisenheim in Preslav. geplant, ein Arbeitseinsatz und ein Gottesdienst am Abend in einer Gemeindegründung in Dorna Orjahovica. Ansonsten ist die Liste der Arbeiten auf dem Gelände ja 1,50 m lang ... Jetzt nach einer erholsamen Nacht kann es richtig losgehen. Arbeitsgruppen werden eingeteilt und alle legen los. Am Abend ist eines klar: Die Liste ist zur kurz! Yeah! Nach der abendlichen Andacht sind die meisten mal wieder schnell verschwunden. Nur einige hart gesottene haben noch Energie, um miteinander zu quatschen oder zu spielen.

Mittwoch, 27. Juli

Die meisten fahren gut vorbereitet zum Waisenheim. Dort soll mit den Kindern gespielt, gebastelt und geredet werden. Das alles ein wenig anders kam, lag an den Umständen, die wir Deutsche nicht bedacht hatten ...

Waisenheimbesuch:

Wir brachen schon gleich nach dem Frühstück auf und fuhren mit zwei Kleinbussen und zwei Autos nach Preslav. Einige von unserem Team kannten die Kids schon, weil die meisten der Kinder und Jugendlichen des Heims bei einem Camp in der Woche zuvor in Kavlak gewesen waren. Deswegen kamen alle Kinder gleich angestürzt, als wir mit unseren Fahrzeugen ankamen. Bennis Motorrad war natürlich eine Sensation - jeder wollte einmal darauf sitzen. Die 30 Kinder des Heims waren fast nur Jungen im Alter von 6 - 20 Jahren und ganz schön aufgedreht! Deswegen und weil wir die Sprache nicht kannten, war es total schwer, mit ihnen umzugehen. Es war ein einziges Gewimmel! Als wir dann aber Schminke und Wolle für Freundschaftsbändchen holten, uns damit in den Schatten setzten, kamen die Kids von alleine; und es wurde etwas ruhiger. Beim Bändchen machen konnten wir sogar mit den Jungs ein bisschen reden. Beim Schminken war es aber eher chaotisch, weil die Kids sich alle selber schminken wollten. Nach ca. zwei Stunden gingen wir dann mit den Kids zu einem Fluss, an dem sich alle austoben konnten. Der Weg war länger als gedacht, und so waren wir nach dem Rückweg alle sehr geschafft. Zum Abschied bekamen die Kids alle eine Tüte gefüllt mit Süßigkeiten und der Aufschrift "Jesus liebt Dich!" oder "Du bist wertvoll!". Auch wenn der Tag eine ganz schöne Herausforderung für alle war, glauben wir trotzdem, dass die Kids sich sehr über den Nachmittag gefreut haben, weil wir einfach da waren, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt haben und ein Stück von Gottes Liebe weitergeben konnten.

Eine kleine Gruppe von zehn Personen ist während dessen auf dem Gelände und arbeitet weiter. Auch Janita ist dabei, obwohl sie liebend gern mit zum Kinderheim gefahren wäre und mit den Kindern Zeit verbracht hätte. Aber für Janis wäre die weite Fahrt zu viel geworden. Doch was passiert an diesem Tag? Unverhofft bekommen wir auf dem Gelände Besuch von drei Jungen. Hurra! Janita stürzt sich sofort auf die drei und genießt es in vollen Zügen, mit Christian, Segi und Ragi zu spielen. Es wird sogar ein Tischspiel zusammen gespielt und das mit Hand- und Fußerklärung (Merci, merci, moja). Während Janita also spielt, arbeiten die anderen hart weiter. Andreas und Marcel reißen einen Boden vom Wohnhaus raus. Dabei wird nicht nur alter Staub und Dreck beseitigt, sondern auch eine abgelegte Schlangenhaut entdeckt. Unheimlich, wenn man im Boden eine alte Schlangenhaut findet! Wo lebt dann diese ziemlich große Schlange ...? Egal, in Bulgarien schlafen so einige Tiere in den Häusern (Siebenschläfer, Mäuse und andere Kleinstlebewesen, von Staubmilben nicht zu reden). Am Abend, als alle wieder beisammen sind, können wieder einige Punkte der Liste gestrichen werden. 

In der Andacht am Abend geht es darum: Wie kann ein Tischler einem Fischer sagen, wie er zu fischen hat (Matthäus)? Was können wir von denen lernen, von denen wir nicht erwarten, irgendetwas zu lernen? Tatsächlich hatten einige aus der Gruppe gerade das an dem Tag festgestellt, dass einem manchmal der Tischler erzählt, wie man Fische fängt. 


 
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